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An einen kleinen naiven Jungen I

Aktualisiert: 8. Apr. 2019


 

Hallo kleiner naiver Junge,


ich weiß, das kommt jetzt etwas komisch. Aber wenn Du diesen imaginären Brief in deinem imaginären Briefkasten finden solltest, dann ließ ihn doch bitte ganz imaginär.


Das hier ist eine Warnung. Eine Warnung Dich auf das Leben vorzubereiten. Mit deinen wenigen Jahren Lebenserfahrung weißt Du ja noch gar nicht, was auf Dich zukommen wird. Du hast keine Ahnung, welches Chaos sich dort draußen befindet.


Du lebst in Deiner Blase und willst Autor, Profisportler oder Astronaut werden. Wie naiv Du doch bist. Sehr bald wird ein Paket bei Dir ankommen. Ein Paket, welches sich Verantwortung nennt. Ein Paket, das Dein kleiner Rücken noch gar nicht tragen kann und vielleicht auch noch nicht tragen muss. Doch wenn es soweit ist, wird es eine Menge Ballast mit sich bringen. Dinge, wie Geld, Beruf und Zeit werden geläufige Begriffe in deinem Sprachgebrauch werden. Und Du wirst immer einen Mangel in diesen sehen. Denn davon kannst Du nie genug haben. Und so strebst du diesen nach – Tag ein, Tag aus


Die Tage auf der Schaukel sind gezählt. Du schwingst lediglich auf der Schaukel des Lebens hin und her. In der Hoffnung, Du kommst am höchsten Punkt an. Nur um dann mit voller Geschwindigkeit auf den Boden der Realität zuzurasen. Träume bleiben Träume. Und für Träume ist kein Platz.


Verstecken & Fangen ist auch nicht mehr. Du kannst versuchen davonzulaufen, dich zu verstecken. Doch das Leben wird Dich immer finden. Und du wirst niemals Fänger sein. Dein heutiges Glück kannst Du ins Erwachsenenleben nicht mitnehmen. Schön gibt es im Leben nicht. Du versuchst lediglich die einzelnen Tritte und Hiebe, die Du tagtäglich einfängst, wegzustecken. Das macht dich müde, extrem müde.


Mein kleiner naiver Junge, Du denkst, Du stündest an einer Kreuzung mit vielen Gabelungen und Richtungen. Und Du denkst, alle Wege und Türen stehen Dir offen. Doch das Leben ist eine Einbahnstraße. Und das Ende eine Sackgasse.


Du quälst dich. Von Tag zu Tag und von Woche zu Woche. Sei es Schule, Beruf, Freizeit, Du machst nur Sachen, die gerade komfortabel sind und Deinen Alltag nicht zu sehr aus der Bahn werfen. Du arbeitest für eine sichere Zukunft, aber wirst die Gegenwart nie erleben.


Du willst anderen Leuten gefallen, imponieren oder gar übertreffen.

Du vergleichst Dich mit Menschen und willst Dich an diesen hochziehen. Du schaust immer nur auf andere, wie diese vermeintlich versuchen ihr Leben meistern. Jedoch deprimieren dich sämtliche Vergleiche und so ziehen sie Dich eher runter als hoch.


Mein kleiner naiver Junge, Du träumst vom Entdecken, Reisen und Abenteuern. Dabei ist die Welt dort draußen groß und gefährlich. Zu viel Unbekanntes lauert in den Weiten. Zu viel, als dass es Sinn macht seine Zeit dafür zu verschwenden. Bleib‘ hier, im gemachten Nest und in der Zone des Komforts. Zumal du sowieso nie die Zeit hast die Welt zu entdecken.


Die Gefahren dort draußen sind nichts für Leute wie Dich. Sicherheit muss das große Bestreben sein. Jeder, der dir etwas anderes weiß machen will, ist ein Narr.

Und diese ganzen Pseudoaktivisten werden auch früher oder später aufwachen.

Darum mach‘ Dich auf was gefasst, mein kleiner naiver Junge. Lege Deine Naivität schnell ab und lerne gesunden Realismus. Denn der wird essentiell sein, um das Leben zu überleben.


Denn Träume bleiben Träume. Und für Träume ist kein Platz.



Dein zukünftiges Ich

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